Video: Zange im Hufschmiedestil schmieden

21 de setembro de 2012 21:12
Hallo Leute,

am Donnerstag habe ich eine Zange in Stile einer Hufschmiedezange geschmiedet um 20x5mm flachstahl zu halten und habe ein Video davon gemacht.

Hier nochmal ein Bild von der fertigen Zange:

Hufschmiedezange_fuer_Forum_1_von_1.jpg 
Kritik und Tipps gerne erwünscht!


Gruß
Daniel
Última edição: 25 de setembro de 2012 01:10
22 de setembro de 2012 23:54
Hi Daniel,

schöne Zange!
Durch das kurze Maul haben die ein unheimlich gutes Hebelverhältinis und weißen dadurch große Haltekraft auf. Für Flachstähle sehr gut zu gebrauchen.

Im Video sieht man, dass du sogar deinen Fäustel mit dem Dorn den ich dir gemacht hab auf die Angele-Lochgröße aufgedornt hast und dann sogar deinen Stempel reingehauen hast. Find ich gut! Ist eine interessante Stiellänge für einen Fäustel.
Wie hast du den Fäustel danach gehärtet?

Gruß
Willi
www.schmiedekunst-weyer.de
23 de setembro de 2012 01:20
Danke! Den Fäustel habe ich in etwa so vergütet, wie wir meinen "persönlichen Hammer".
25 de setembro de 2012 01:13
Sag mal, in einem anderen Forum haben User Bedenken geäußert, weil ich den Maschinistenhammer mit dem ich die Mulde ins Maul gemacht habe mit dem Fäustel geschlagen habe. Die meinen gehärtet auf gehärtet konnte zu Absplitterungen führen, die einem ins Fleisch schneiden können. Und ich solle doch entweder ein ungehärtets Werkzeug für die Mulder oder einen Kupferhammer zum Schlagen verwenden. Ich hätte gerne mal deine Meinung dazu gehört, bzw die der anderen Kollegen hier im Forum!


Gruß
Daniel 
25 de setembro de 2012 06:18
@Burgschmied.Daniel

Ganz Unrecht haben Die Leute da nicht. Ich wollte einmal einen Holzkeil an einer schwer zugänglichen Stelle einschlagen und legte einer Hammerfinne auf den Keil und schlug mit einem zweiten Hammer auf das ballige Teil des ersten Hammers. das Ende vom Lied war. Das mir der Chirug einen Eisensplitter so 3x5mm aus den Finger schneiden musste.
War sicher ein dummer Zufall. Hammer auf Hammer sollte man schon vermeiden.
Ich denke normale Hämmer sind auch anders vergütet als Schmiedehämmer.

Gruß Achim
25 de setembro de 2012 16:36
So wie ich das verstanden habe, dann können die Hämmer förmlich "explodieren" wenn ein Teil durch einen Mikroriss absplittert. Und wenn der wirklich in deinem Finger "gesteckt" hat, dann muss da schon eine ordentliche Beschläunigung hinter gesteckt haben. Man glaubt es wohl nicht, bis es mal passiert...

Also ich werde es nicht darauf ankommen lassen und mich dem Problem annehmen. Vielleicht werde ich einen gewöhnlichen Hammer nehmen und den so weich wie möglich glühen. Kupfer kann ich mir nicht leisten und Eisen auch nicht wirklich... 
25 de setembro de 2012 19:04
Mit was für einem "Maschinistenhammer" hast Du die Mulde geschlagen? Wenn Du einen regulären Ballhammer verwendest, kannst Du davon ausgehen, daß die Schlagfläche weicher ist als die Finne. Diese Ballhämmer, Setzhämmer etc. sind ja eigentlich auch keine Hämmer sondern gestielte Werkzeuge, so wie ein Schrotmeissel auch.
"Normale" Hämmer sollte man natürlich nicht aufeinander schlagen!

Viele Schmiedgrüße,

DerSchlosser.
Ein Hoch dem ehrbaren Schmiedehandwerk!
25 de setembro de 2012 19:54
Hi Daniel,

in deinem Video schreibst du am Anfang, dass du nichst gegen Tipps hast. Hier deswegen noch einer von mir:
So wie ich das erkennen kann reckst du die Griffe der Zange auf der Bahn aus. Auf dem Horn geht es aber wesentlich schneller und weniger kraftaufwendig. Probiers beim nächsten mal.

Tolles Video übrigens, ich bin für sowas ja immer zu faul :)
25 de setembro de 2012 22:17
Hi Daniel,

ich kann den anderen nur zustimmen, zwei Hammerbahnen aufeinander hauen macht man nicht. Mein Vater ist Chirurg und kennt böse Geschichten. Wenn du stark genug draufhaust, kann der Splitter wie eine Kugel durch deine Bauchdecke knallen.
Ich denke, dass das aber erst passiert wenn du mit dem Vorschlaghammer draufhaust

Ich denke man muss diesen Aspekt berücksichtigen, aber auch nicht überreagieren. Die meisten Werkzeuge mit Stiel sind an der Seite auf die man schlägt einfach nur normalisiert, manche sogar zähgehärtet. Weichglühen wäre meiner Meinung nach übertrieben und würde nur zu anderen Problemen führen. Die Rückseite des Werkzeugs oder sogar der ganze Werkzeugkörper würde sich verformen. Bei sowas kommt es dann zu schnell zur Bildung einer Wulst, die irgentwann auch wieder splittert. Um dieser Wulstbildung entgegen zu wirken sind manche eben zähgehärtet (anlassen bei 400-500°C).
Wenn eine Wulst da ist, dann sollte man diese natürlich schön abschleifen!

Also würde ich mir an deiner Stelle einfach einen Ballhammer schmieden, als Material reicht eine Antriebswelle vom PKW.

Wenn dir das zu aufwändig ist, dann nimm deinen Maschinistenhammer (oder einen neuen wenn du ihn noch brauchst), mach den Stiel raus und wirf ihn ins Feuer. Bringe ihn auf 820-850°C und lasse ihn anschließend an der Luft abkühlen (normalisieren).
Wenn er kalt ist, erwärmst du ihn wieder und härtest ihn. Allerdings nur am Kugelende. Anlassen würde ich auf ein schönes Gelb (nicht zu goldig werden lassen) und Fertig!
Beim Anlassen kannst du das Anlassen mit Restwärme gut üben. Wenn das nicht klappt, schmeiß ihn bei 230°c für 1-1,5 Stunden in den Backofen.

Gruß
Willi
www.schmiedekunst-weyer.de
27 de setembro de 2012 00:56
Hi, danke für den Hinweis, aber um ehrlich zu sein, habe ich die nicht auf der Bahn ausgereckt, sondern mit der Kante sehr tiefe Mulden rein geschlagen und die Stege dann eingeebnet. Das geht z.T. noch schneller, als auf dem Horn!
27 de setembro de 2012 00:58
Das war ein gewöhnlicher Hammer in englischer Form aus einem niederländischen Baumarkt.
27 de setembro de 2012 01:01
Danke, aber ich habe jetzt einen Hammer genommen, den ich eh nie verwendet habe (1000g oder so) und habe den einfach weichgeglüht (Hellorange gemacht und dann in Sand abkühlen gelassen). Der ist jetzt echt gut weich und damit sollte ich dann eigentlich auf alle gehärteten Werkzeuge schlagen können, ohne dass die beschädigt werden. Den Hammer hab ich auf dem Wertstoffhof kostenlos bekommen, also wenn der Blessuren davon trägt ist mir das wurst.
27 de setembro de 2012 18:47
Hallo Daniel,

Dir sollte klar sein, daß dieser Hammer jetzt auch an der Finne weich ist, da Du ihn ja ausgeglüht hast. Du solltest also die Finne wieder härten (mit der Restwärme anlassen) sonst hast Du nicht viel Freude mit dem Teil.
Ist auch eine gute Übung!

Viele Schmiedegrüße,

DerSchlosser
Ein Hoch dem ehrbaren Schmiedehandwerk!
27 de setembro de 2012 20:11
Weichgeglüht ist die Schlagfläche zu weich!!
www.schmiedekunst-weyer.de
29 de setembro de 2012 01:34
Sie soll ja weich sein, damit sie die Erschütterungen abfängt und verhindert, dass die Schlagfläche des Werkzeugs, auf das geschlagen wird nicht beschädigen.