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Mein Untersetzer für mein Peddinghaus 50kg

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Willi

23, Männlich

Beiträge: 695

Re: Mein Untersetzer für mein Peddinghaus 50kg

von Willi am 26.05.2018 15:34

Hallo zusammen,

mit diesen Regeln wäre ich immer sehr vorsichtig!!!
Das ist meistens irgendwas was irgendwer irgendwo von irgendwem gehört hat.

Viel wichtiger als diese albernen Regeln mit dem männlichen Gemächt oder Faust auf den Amboss usw. ist eine gesunde Haltung.

Die Regel mit der Faust kommt daher, dass viele denken wenn man den Hammer schwingt muss man den gesamten zur Verfügung stehenden Weg ausnutzen und daher soll der Hammer da aufkommen wo der Arm komplett gestreckt ist.
Klingt erstmal einleuchtend, aber ist nicht ganz richtig. Der Mensch neigt beim Hämmern von Natur aus dazu den Arm nie ganz durchzustrecken! Zum einen weil dann das anheben des Hammers wieder viel anstrengender ist und zum anderen weil der Ellenbogen das auch nicht lange mit macht immer voll gestreckt zu werden.
Als Resultat passt man sich dem Amboss an. Wenn er also auf "Fausthöhe" steht, dann beugt man sich automatisch leicht vor um näher dran zu sein.
Habe ich bei mir selber und auch schon bei vielen anderen beobachtet.
Meiner Meinung nach ist es das wichtigste beim Schmieden aufrecht zu stehen und sich nicht den Rücken krumm zu arbeiten. Und da landet meiner Meinung nach jede dieser Faustregeln zu tief.
Solche Regeln können eine Orientierung bieten, aber am Ende muss sich jeder seinen Amboss so aufstellen dass er gut daran arbeiten kann.
Wer viel mit Zuschläger arbeitet sollte auch hier Rücksicht nehmen. Die optimale Höhe für den Zuschläger liegt gerade bei schweren Arbeiten etwas tiefer als für den Schmied. Also im Idealfall mehrere Ambosse aufstellen oder für den Zuschläger eine Palette o.ä. auf den Boden legen.

Ich bin gerade mal durch meine Werkstatt gegangen und hab alles mal ausgemessen. Zum Vergleich: Ich bin 190cm und hab aber auch ziemlich lange Arme.
Mein "Hauptamboss" an dem ich am meisten Schmiede (Süddeutsche Form 150kg) steht mit der Bahn 92cm über dem Fußboden. Ich kann daran gut arbeiten ohne zu ermüden, arbeite ergonomisch und alles bis zu einem Querschnitt von 30mm bearbeite ich darauf.

Mein Zweitamboss (Norddeutsche Form 300kg) steht auf 86cm Bahnhöhe. Hier wird alles schwerere bearbeitet und hier arbeite ich auch mit Zuschläger.

Mein "Feinamboss" (Kirchenfensteramboss 100kg) wird für alles kleine und feine benutzt und steht direkt neben dem Feuer. Bahnhöhe 97cm.

Zu guter letzt: Meine Lochplatte hat die Bahn auf 80cm Höhe. Und siehe da, hier würde die "Faustregel" bei mir passen (was aber zum Teil an meinen langen Armen liegt).
Eine Axt lochen oder ein Gesenk stauchen ok, aber dauerhaft auf dieser Höhe schmieden wäre für mich völlig untauglich!


Lange Rede kurzer Sinn, jeder muss ein wenig ausprobieren und austesten was für ihn am besten ist. Körperbau, Größe, Armlänge spielen alle eine Rolle.

Mein Tipp an Martin:
Stell den Amboss auf den 70cm Klotz, dann bist du bei 91cm. Das dürfte für deine 185cm vielleicht passen.
Wenn du irgendwann merkst, dass er dir zu hoch ist, dann kannst du ihn immernoch abschneiden und tiefer setzen.


Gruß
Willi

Jedes Werkzeug ist es wert von einem selbst hergestellt zu werden.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 26.05.2018 15:35.

kunstschlos...

54, Männlich

Beiträge: 697

Re: Mein Untersetzer für mein Peddinghaus 50kg

von kunstschlossernussbach am 26.05.2018 17:03

Zitat Willi:
"Viel wichtiger als diese albernen Regeln mit dem männlichen Gemächt oder Faust auf den Amboss usw. ist eine gesunde Haltung."

Genau das trifft es, die richtige Haltung, bei Schmiedetreffen kann man es gut beobachten, viele  Anfänger (bzw. Schmiede die sich alles selbst beigebracht haben) geben eine armseelige Figur ab. 
Folgendes kann man oft beobachten:

- manche stehen kerzengerade beim schmieden
- der Abstand zum Amboß ist zu groß
- der Hammer ist zu schwer
- der Hammer wird ganz weit vorn gehalten
- der Hammer wird beim schmieden nicht richtig hochgehoben
- die Schläge kommen zu schwach mit wenig Schwung und in langsamer Abfolge....so geht schmieden nicht, das ist geklöppel

Macht Euch den Spaß und beobachtet mal  erfahrene und geübte Schmiede im Vergleich zu Anfängern oder Schmieden die es nie richtig gelernt haben, man muß kein Fachmann sein um den Unterschied festzustellen.

Dann versucht Euch am Amboß wie ein "alter Hase" zu bewegen, bestimmt wandert die zuvor als richtig angesehene Amboßhöhe   nach unten.

Schmieden lernt man am Amboß

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Hacheschmied

37, Männlich

Beiträge: 1029

Re: Mein Untersetzer für mein Peddinghaus 50kg

von Hacheschmied am 26.05.2018 18:00

Ich stimme hier auch völlig mit Volker und Willi überein. Man sollte gut und ermüdungsfrei arbeiten können, wie auch Willi habe ich verschiedene Ambosse auf verschiedenen Höhen für verschiedene Arbeiten.
Ein Tip von mir, da man sich selbst selten beim Schmieden beobachtet.. laßt Euch doch mal filmen beim Schmieden.. oft sieht man dann selber die Fehler in der Haltung. Beim Kampfsport hatten wir immer einen Spiegel um zu gucken ob die Formen die wir laufen wirklich korrekt sind. Einfach mal sich selbst beim Schmieden mit nem Stativ filmen.. und dann selbstkritisch gucken.
Gruß
Lutz
PS. Wer dieses Jahr zum Hessentag nach Korbach kommt.. kann ja mal Bescheid geben. Ich bin eigentlich die ganze Zeit da... wer mag kann gern mal vorbeikommen (vorher bitte anrufen (tel. Nr ist auf meiner HP))

Es ist sinnlos zu sagen: Wir tun unser Bestes. Es muss dir gelingen, das zu tun, was erforderlich ist.

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Thorkell

41, Männlich

Beiträge: 167

Re: Mein Untersetzer für mein Peddinghaus 50kg

von Thorkell am 26.05.2018 20:24

Meinen Amboss und die meiner Söhne stelle ich so ein,  dass ich bei aufrechtem Stand mit Haupthammer in der Hand und flach aufgelegter Bahn einen leicht gebeugten Ellenbogen habe.  Das ist unabhängig von der Körpergröße die Faustregel nach der ich vorgehe. 

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Gravedigger

53, Männlich

Beiträge: 604

Re: Mein Untersetzer für mein Peddinghaus 50kg

von Gravedigger am 27.05.2018 11:27

Und da landet meiner Meinung nach jede dieser Faustregeln zu tief. Solche Regeln können eine Orientierung bieten, aber am Ende muss sich jeder seinen Amboss so aufstellen dass er gut daran arbeiten kann
Ich dem Punkt, dass Jeder seine Arbeitshöhe selbst heraus finden muß, um möglichst Rückenschonend zu arbeiten, gebe ich Dir völlig Recht auch die Aussagen mit der Selbstbeobachtung von Volker und Lutz sind eine gute Möglichkeit, Dies selbst heraus zu finden. Meine dargestellten Faustregeln aus alten Zeiten, sind lediglich zur Orentierung gedacht, können aber auch nicht so grundverkehrt sein denn die Schmiede der älteren Generation, hatten dahigehend sicherlich genug Erfahrung.
Gruß
Manfred

Und ist das Leben noch so trübe, hoch die Rübe.

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