Knoten

3. Oktober 2010 um 09:12
Wieder mal ein Auftrag meiner Holden... Nachdem wir Gestern bei einem frisch verheirateten Paar aus der "alten Gang" eingeladen waren, stand ja auch die Besichtigung des frisch renivierten Eigenheimes an. Tja was soll ich sagen, alles neu und schön, bei uns ist eben alles schön 15 Jahre alt. Was fällte meiner Süßen auf? Die geschmiedeten Vorhangstangen. Rund15-20mm, am Ende j ein Knoten. Unsere "tollen" Messing-Imitat aus Plastikstangen wurden zu Assi erklärt und Papa muss ran. Heute früh wurde das auch noch meinem Junior (9) erzählt, der mit dann gleich um 7 aus dem Bett holte um das mit mir durchzusprechen. ;-);-)
Habt Ihr schon mal einen Knoten gemacht? Gefunden hab ich fast nix außer dieses Video.
http://www.youtube.com/watch?v=GLqSY6Y3xIE&feature=related
Grüße vom Chiemteich, subba
Gerade, symetrisch und gleich kanns ja jeder (hat ein Schmied mal zu mir gesagt...)
3. Oktober 2010 um 10:57
Der würde ich was erzähln :D:D

Wüsste aber jetzt auf anhieb auch kein Patentrezept für nen Knoten das Video stellts eigendlich schon so dar wies geht :geek::geek:

Grüße aus Spanien
Stück davon
Euer Peter
3. Oktober 2010 um 11:57
http://www.abload.de/thumb/knoten001xnkq.jpg http://www.abload.de/thumb/pict044766iv.jpg http://www.abload.de/thumb/pict0638zu6c.jpghttp://www.abload.de/thumb/pict0635jue2.jpg


Es ist einfacher einen Knoten aus einem stärkeren Rundeisen zu schmieden (ab 15mm), da sich der faden dann nicht so sehr verdrallt (Korkenzieher) bei stärkerem Querschnitt kann das Material binnen dem Durchmesser flessen.
Das kommt daher weil der faden nicht rollen kann. Einige Bilder von Knoten aus meiner Schmiede ;-);-)
Eine Flinte die ich mal für die Lux. Polizeischule mit einem Knoten im Lauf geschmiedet hatte ist auch lustig geworden :D:D ,müsste ich mal bei Gelegenheit fotographieren.

Gruss Rom.
Zuletzt bearbeitet: 1. Februar 2011 um 14:42, Peter Brunner
3. Oktober 2010 um 21:13
@Rom
Die Idee mit der Flinte is echt Geil! Bilder bitte ;-);-)

Wie lang sind die beiden Enden bei deinem Knoten das schaut ziemlich lang aus... hast du da was geschweißt oder alles sauber durchgezogen? und wenn ja wie Funktioniert das :?::?:

Stück davon
Peter
3. Oktober 2010 um 21:27
Hallo Peter,

Hab mal ordendliche Bilder reingestellt.

Ich nehme an du meinst den Knoten, der auf der Feder meines Federhammers liegt.
Die ausgezogenen Enden sind ca. 150mm lang, der Knoten wurde ausschliesslich im Kohle feuer geschmiedet!! Es ist nirgendwo was geschweisst.
Er diente eigendlich nur als Übung bevor ich die Flinte in angriff nahm. Es funktioniert eigendlich nicht anders als der Film es zeigt.

Bei den Messern, wobei das eine 1.3505 und das andere 1.2842 ist, und beide einen Fadendurchmesser von ca. 8mm haben ist die Sache schon etwas nerviger.
Beide habe ich ebenfalls in der Esse gemacht, wobei zu bemerken bleibt, dass beide Stähle keine zu hohen Temperaturen verkraften, andererseits kühlen diese Durchmesser sehr schnell ab. Wie bereits bemerkt, ist es eine delikate Geschichte in der Esse einen Knoten mit geringem Fadendurchmesser zu schmieden, weil der Faden nicht rollen kann und dadurch verdrallt.
Es ist sicher besser solch eine Arbeit mit dem Brenner (Sauerstoff/Atzethylen) zu machen.
Ein geschmiedeter Knoten sieht eigendlich am besten aus wenn man den Faden nicht zu eng aneinander schmiedet, so wie der Knoten auf der Feder.
Versuchts einfach

Gruss Rom.
Zuletzt bearbeitet: 1. Februar 2011 um 14:42, Peter Brunner
3. Oktober 2010 um 21:39
@Rom
Die Enden schaun da schon ziemlich lang aus! Hatte gedacht das du evtl eine tolle und neue Möglichkeit zum Knotenschmieden hast, welche ich noch nicht kenne :D:D

Was ich vorhin auch noch vergessen hatte zu Fragen... hast du bei der Flinte das Rohr mit Sand gefüllt oder hast du da was reingesteckt oder wie geht das ein Rohr zu verknoten? Bin echt auf die Bilder davon gepannt! :D:D

Zum Thema Knoten kommt von mir auch von Portugal aus ein Beitrag da ich da was ganz Interesantes in einem über 10 Jahre altem Hephaistos entdeckt hab und ich da echt mal gespannt bin wie ihr das so machen würdet und vorallem was ihr davon haltet! (ach da tut sich noch so ne Frage auf wie ist das darf man auf ein Forum Kopien von sowas stellen? Nicht oder?)

Stück davon
Euer Peter :roll::roll:
3. Oktober 2010 um 21:58
Doch aber du gibst am besten die Quelle an.

Der Flintenlauf ist gemogelt ;-);-) Knoten aus Reineisen alle Titschen rausgefeilt und geschliffen, und in die Mitte des Laufs per Wig dazwischengeschweisst :-):-). nschliessend die Nähte sauberst beigeputzt . Fertisch. Ich versuche Bilder davon zu bekommen, kann aber dauern.

Rom
Zuletzt bearbeitet: 1. Februar 2011 um 14:43, Peter Brunner
3. Oktober 2010 um 22:09
Hab ich mir schon fast gedacht! ;-);-) Aber denkst du das geht mit Sand?

Bis ich das Bild einstelle brauchts auch noch ein bissl das is auf meinem USB Stick und der is schon in meinen Koffern :D:D Aber ich bin ja hoffentlich bald wieder mit Internet! ;-);-)


Stück davon
Peter
4. Oktober 2010 um 21:22
Gut gemacht Rom :!::!:

Das angeführte Video hat ich mir schon oft betrachtet. Hab´s dann auch mal versucht. Der Anfang ist nicht schwer. Wenn es aber darum geht den Knoten enger zu machen, fängt die Schwierigkeit schon an. Ich bin mit der richtigen Reihenfolge der Schläge nicht zurecht gekommen und letztendlich gefrustet ausgestiegen.

Ich nehm das Thema mal zum Anlaß, es nochmals zu versuchen.

Also danke für die Erinnerung :D:D

Gruß
Thomas

Was man nicht tut, geschieht auch nicht
4. Oktober 2010 um 21:29
Ich habe zu dieser Zeit als ich denen diese Flinte gemacht habe, das war so vor 11 Jahren, als Arbeitsloser in der Büchsenmacherei der Gendarmerie Grand-Ducale gearbeitet, und beschlagnamte Waffen zerstört.
Ich hatte die Gelegenheit mehrere Anläufe zu nehmen, um mit diversen Techniken den Knoten zu versuchen.
Die Sandvariante war auch dabei.

Sand in den Lauf, ein Schweisspunkr in die Patronenkammer und einen in die Mündung, allerdings hatte ich irgendwo immer eine Abflachung in den Windungen des Knotens.
Das ging mir mächtig auf den Geist, weswegen ich mich für die Mogelvariante entschieden hatte.
Es kann aber gut sein dass ,wenn ich den Sand mit einer passenden Stange im Lauf ordendlich verdichtet hätte, es evtl geklappt hätte. Könnte also trotzdem klappen.

Nebenbeibemerkt, werden Blechblasinstrumente , vor dem Biegen mit Blei vollgegossen um anschliessend gebogen zu werden.
Dabei gibts keinerlei Knicke oder Wellen in den sehr dünnen Wandungen der Instrumente.
Vieleicht könnte man dies auch mal testen, wenn das aufheizen auf Kirschrot wohl wegfällt. Wie wir wissen hat Blei keinen teigigen Aggregatzustand.

Gruss Rom
Zuletzt bearbeitet: 1. Februar 2011 um 14:44, Peter Brunner
2. November 2010 um 22:57
Hab jetzt erst deinen Beitrag gelesen... braechte so langsam ein zweites Leben um alles unter einen Hut zu bekommen ;-);-)


Gleich mal ne Frage am Anfang...
Ist Blei nicht Teigig, also bei Raumtemperatur?

:?::?: da fehlt bei mir grad n bissl das Fachwissen


Ich bezweifel auch das du unter 300 Grad nen Knoten machen kannst... das Material is ja sau kalt... bei den Blasinstrumenten sind es ja meist grosse 180 Grad Boegen oder taeusch ich mich?


Ich wuerde stark zu der moeglichkeit tendiern den Sand im lauf zu verdichten... will das ganze mal versuchen wenn sich die Gelegenheit bieten sollte...

Mein Gedanke waere gewesen ein Vollmaterial in den Bereich zu schieben wo der Knoten sein soll... und das Ding dan drin lassen... wird halt ziemlich schwer... hmm...

Aber da muss es doch noch ne gute Loesung geben... :?::?:
2. November 2010 um 23:29
Blei ist wie , Alu, Kupfer, Zinn, Zink....entweder Fest oder Flüssig.

Einen Knoten aus dem Vollen ist meines Erachtens die elegantere Lösung.

Gruss Rom.
Zuletzt bearbeitet: 1. Februar 2011 um 14:41, Peter Brunner
2. November 2010 um 23:40
Da war doch mal was ;-);-)

Danke fuer die Erklaerung!

(Peinlich) als gelernter Schlosser sowas net gleich zu wissen :oops::oops:
4. Februar 2011 um 13:34
ich habe auch schon einige knoten geschmiedet und bin mittlerweile so weit, dass ich einen 10er rundstahl in einer hitze verknoten kann.

es gibt ein ganz einfaches prinzip: üben, üben und üben.

bei dickeren durchmessern wirds dann langsam schwieriger die länge abzuschätzen und die windungen eng genug zu legen.

aber ansonsten is so ein knoten eine schöne sache mit der man die meisten leute faszinieren kann
www.schmiedekunst-weyer.de
7. März 2011 um 16:20
kleiner tip: bis O12 ein ende rechtwinklich umbiegen -offenen knoten weisswarm - gerades Ende in den
Schraubstock - bein hoch,fuss gegen den schraubstock - ziehen und dabei leicht drehen : keine macken
auf dem sauber gezogenen knoten.
bei dickerem material benutze ich eine daumenkraft - wegen der mangelden eigenen...
gruss,irontom